Es regnet, ist kalt. Seit Wochen verbreitet die dicke Wolkendecke Weltuntergangsstimmung. In meiner Heimatstadt ist es 13° wärmer und sonnig, denke ich, als ich mich, früher als sonst, auf den Heimweg mache. Ich verkrieche mich in meiner Winterjacke, die ich wieder aus dem Schrank holen musste, und versuche, den Schirm mit dem Wind zu drehen. Dabei ist es sowieso sinnlos - das hinterste Fach des Rucksacks wird immer klitschnass, entweder vom normalen Regen oder von den dicken Tropfen, die vom Regenschirm kullern. Zum Glück habe ich dafür immer eine Plastiktüte mit, in die ich alles im Rucksack stopfen kann bei solchem Wetter.
Wie jeden Tag warte ich minutenlang an einer Ampel und versuche, die Schaltregeln zu entwirren. Eine große, geschwungene Kreuzung. Erst fahren die einen, dann die anderen, dann wieder die ersten, dann noch mal der Gegenverkehr und irgendwann danach hab ich endlich grün.
Gestern Abend / heute früh auf dem Weg zum Nachtbus lag ein Mann auf dem Gehweg ohne Schuhe und lehnte die Füße an ein parkendes Auto. Er schnarchte laut. Einige Meter weiter stand eine verschämt lächelnde Frau neben einem Paar Schuhe und zuckte mit den Schultern.
Vor einiger Zeit fuhr eine S-Bahn in den Hauptbahnhof ein. Über den Türen steht jeweils ein Streifen Metall ab und geht nicht wie über den Fenstern abgerundet ins Dach über – da kann leicht etwas hängen bleiben während der Fahrt. An einem dieser Metallstreifen guckten zwei kleine Vogelbeinchen nach oben raus und ein paar Schwanzfedern.
Da ich selbst kaum Infos über Fruktosefehlverdauung im Internet finden konnte, werde ich hier meine Erfahrungen mit dieser Überempfindlichkeit veröffentlichen. Vielleicht kann ich damit anderen Menschen helfen, die ebenso ratlos wie ich früher von einem Arzt zum anderen rennen. Wenn jemand weitere Tipps hat oder Fehler findet, schreibt bitte einen Kommentar :)
Das Hotel Dimitrios (nicht Dimitrios Village!) hat 3 1/2 Neckermann-Sterne und trifft diese eigentlich auch gut. Allerdings muss man sich natürlich bewusst sein, dass die Bewertungen auf Kreta ähnlich sind wie im restlichen Mittelmeerraum, also absolut nicht vergleichbar mit deutschem Standard. Teilweise erinnerte es etwas an eine bessere Jugendherberge, aber man kann es dort gut aushalten. Bei der Ankunft fuhren wir mit unserem Shuttlebus zuerst an teureren Hotels vorbei und landeten schließlich in der engen Seitenstraße neben "Michael's Rent Rooms", wo wir uns fragten, welche armen Leute wohl hier wohnen würden. Tja, wir waren es, aber natürlich im benachbarten Hotel. Es ist eher klein und seit Beginn in Familienhand. Parties und nervende Animateure findet man hier zum Glück nicht.
Neben dem Happy Train kann man auch überall verschiedene Ausflüge per Reisebus buchen. Und so ging es für 30€ pro Person schon sehr früh nach Iraklion (Iraklio, Heraklion, ...) und gleich weiter ins 6km entfernte Knossos - die frühere Hauptstadt Kretas. Gemeinsam mit vielen anderen Reisegruppen wurden wir von unserem einheimischen Tourguide in Deutsch und Englisch über die Geschichte des Ruinenpalastes aufgeklärt. Wieder war das Wetter nicht das beste, aber ein bedeckter Himmel ist auf freier Fläche sicherlich angenehmer als ein wolkenloser Himmel und brennende Sonne.
Ich habe ja etwas ganz wichtiges vergessen:
Vor kurzem ist mir auf den Bahnsteigen der "richtigen" Bahnen etwas aufgefallen: ein etwa 2x2m großes Quadrat mit einer dicken gelben Linie umrandet. Das ist die Raucherzone. Es ist natürlich völlig sinnlos, weil Nichraucher ja dann nur sehr wenig Platz haben, dran vorbeizugehen. Aber es ist sehr witzig anzusehen, wie sich Abhängige in diese Begrenzung zwängen mit den blassen zitternden Händen am Glimmstängel. Eigentlich könnte man das mal fotografieren. Oder besser noch die Süchtigen ärgern, die ja diese lustige Begrenzung nicht verlassen dürfen. Es hat ein bisschen was von Affen im Zoo.
Das macht auch viel mehr Spaß als der Versuch, sich mit Rauchern über dieses Thema zu unterhalten. Es ist schließlich ein Teil des Krankheitsbildes, dass Süchtige die Realität nicht mehr vollständig wahrnehmen.
Die ganze aktuelle Entscheidung zum angeblich verfassungswidrigen Nichtraucherschutzgesetz ist mir nicht ganz klar. Da klagen Leute, weil sie größere Umsatzeinbußen hätten als andere in ihren Restaurants, Kneipen etc.? Wenn doch überall nicht geraucht werden darf, geht es allen genauso. Wenn Raucherkneipenbesitzer nicht in der Lage sind, sich der Kundschaft anzupassen in Bezug auf ihr Angebot, dann verlieren sie eben. Aber das ist Marktwirtschaft und nichts Neues!
Sollen sie doch ihr Angebot umstellen auf Familien und Schwangere - die können sich nämlich endlich aus ihren hermetisch abgeschlossenen Häusern trauen, ohne Angst haben zu müssen, dass ihr Kind Schäden von Zigarettenrauch davonträgt.
Überhaupt ist mir absolut unklar, wieso all dieses Hin und Her überhaupt stattfinden kann. Warum ist Rauchen nicht komplett illegal? Das Konsumieren anderer Drogen ist verboten, weil? Weil sie süchtig, also physisch und psychisch krank machen? Leben
"Muss alles in Stuttgart immer in Beziehung zum Christentum gesetzt werden?", fragte ich mich, als ich vom Motto "Ich glaube..." erfahren habe... Geht einem schon irgendwann auf die Nerven. Die meisten Einwohner Baden-Württembergs sind konfessionslos. Also warum das Ganze? Aber egal, Hauptsache Parade! Obwohl es eigentlich schade ist, dass es eine geben muss. Heute habe ich aber schon einige Kommentare zur Parade gelesen, auf die man am besten gar nicht reagiert. Immer nur dieser "eklig, pervers, widernatürlich, böse"-Schwachsinn. Dann Bibelstellen gegen Homosexualität, dann sogar lustigerweise noch mehr Bibelstellen für Homosexualität - wusste ich doch, dass es nicht nur dumme/engstirnige Katholiken geben kann, die dummen fallen wahrscheinlich leider nur stärker auf.
Da vielleicht jemand aus meinen Erfahrungen lernen kann, füge ich noch den letzten kleinen Abschnitt an:
Zehn Minuten lang musste ich mich pädagogischen Fragen meinen persönlichen Arbeitsvermittlers der Arbeitsagentur stellen. Dabei starrte er in eine Zimmerecke, wie es Psychotherapeuten in schlechten Filmen machen, und fragte mich, warum ich denn da sei und was ich von ihm wolle. Die Antwort: "Ich habe einen Termin", galt leider nicht. Nein, da musste man schon erwähnen, wie gerne man Hilfestellungen annehmen möchte und dass man sich weiterbilden will etc.
Da ich leider direkt nach dem Abi keinen passenden Studiengang gefunden hatte, der keine Praktika als Vorlesitungen gefordert hatte, hatte ich schon früh den ersten Kontakt mit dem Arbeitsamt, um die Zeit bis zum nächsten startenden Semester zu überbrücken und für die hoffentlich später noch existierende Rente aufzuzeichnen.
Zuerst möchte ich hier erwähnen, dass ich die verschiedenen staatlichen Einrichtungen wie Arbeitsagenturen und Jobcenter toll finde. Was würden wir ohne sie tun? Wovon sollten wir leben in den in den meisten Lebensläufen vorkommenden kurzen oder weniger kurzen Zeiten der Arbeitslosigkeit? Ich bin sehr dankbar für die vielen Leistungen. Lediglich über die amtsinternen und -übergreifenden Kommunikationswege, den Antragsdschungel und die Angestelltenmotivation lässt sich streiten.
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