Tour nach Eleftherna

Mit dem "Happy Train" (buchbar für 15 € über Talos Express in Rethymno) ging es auf in Richtung des neuen Dorfes Eleftherna. Der Weg führte vorbei an zahllosen Olivenbäumen und hinauf auf diverse Hügel (rund 500m über dem Meeresspiegel), was den Lokomotiven-LkW ganz schön ins Schnaufen brachte. Die Tour dauerte insgesamt rund sechs erlebnisreiche Stunden.
Ein erster kurzer Halt war auf einer Erhebung mit Blick auf das entfernte Rethymno. Es wurde explizit geraten, hier unbedingt Fotos zu schießen, das Ergebnis seht ihr rechts.
Anschließend ging es durch das alte Dorf Eleftherna, was nicht aus mehr als etwa fünf alten Häusern bestand, und das neue Dorf, was aus vielleicht 20 etwas neueren Häusern bestand. Insgesamt eher weniger spektakulär.
Der nächste Halt war an einer Taverne, die nahe an einem ehemaligen römischen Wachturm bzw. dessen Ruine und einem alten Wasserspeicher gelegen ist. Die kurze Wandernug zu diesen beiden Sehenswürdigkeiten führte entlang des tiefen Abgrunds links UND rechts! Man kann wohl mit Recht sagen, dass dies nicht ganz ungefährlich war. Der Tourguide wies jedoch nur darauf hin, dass man doch schauen soll, wo man hintritt.
An der letzten Station der Tour, in Margarites, gab es eine Töpfer-Vorführung mit anschließender Raki-Verkostung. Im Töpferdorf gab es neben diesem großen Werkstatt auch etliche kleine Läden, die ihre Waren zum Verkauf anbieten.
Das Highlight war für mich jedoch der Verzehr des Mittagessens. Leider fällt mir der Name des traditionellen Gerichts von Margarites nicht mehr ein, aber es schmeckte einfach köstlich! Das Lamm mit Kartfoffeln, Zwiebeln und Tomaten in einer öligen Knoblauchbrühe wurde (natürlich) in einer Keramikschale mit Brot serviert.
Zum Abschluss der Tour fuhr das Bähnlein wieder zurück in das etwa 25km entfernte Städtchen Rethymnon. Eine wirklich empfehlenswerte Tour, um die Insel kennenzulernen, man sollte jedoch keine all zu großen Erwartungen an den Namenspatron der Tour Eleftherna haben!

Kommentare

Anmerkungen

An alle Langhaarigen: Zopf machen! Sonst kann man bei dem Wind nicht viel sehen, weil einem ständig die Haare durchs Gesicht fliegen. Und ein Tuch/Pullover o.ä. schadet auch nicht. Egal, wo man in der Bahn sitzt, irgendwie kriegt man immer Sonne ab. Endlich kam mein lange gelagerter Wickelrock mal zum Einsatz, als ich ihn mir über den Arm legen konnte. Und tatsächlich habe ich alles ohne Sonnenbrand überstanden. Außerdem muss man sich trotz relativ weicher Sitzkissen darauf gefasst machen, dass es während der Fahrt sehr wackelt.
Den Halt in der Töpferei fand ich ziemlich überflüssig. Wer hat noch nicht gesehen, wie man eine Vase aus Ton macht? Aber wir mussten trotzdem alle brav drumherum stehen, staunen, Fotos machen und anschließend klatschen. Dabei fand ich - wie viele Frauen - die kleine Katze daneben viel spannender. Anfangs dachte ich, viele der kretischen Katzen seien nur klein oder abgemagert. Doch dann ist mir aufgefallen, dass se sehr gesund aussehen. Die einheimischen Katzen erinnern sehr stark an die Statuen der ägyptischen Bastet: sie sind etwas kleiner als deutsche Hauskatzen, viel schlanker, haben einen längeren Hals und größere Ohren. Insgesamt wirken sie viel graziler. Sie müssen ja auch keinen kalten Winter ertragen.
Das groß angepriesene "Ancient Eleftherna" ist mir übrigens nicht mal aufgefallen... keine Ahnung, wo das gewesen sein soll. Aber das winzige Dörfchen am Berghang war auch so ganz niedlich. Der Wasserspeicher (Zisterne) war natürlich auch nicht mehr als ein großer, in den Stein gehauener Raum, mit ein paar Säulen gestützt. Aber das ganze Rumgeklettere auf dem Weg dahin macht durchaus Spaß (Leute mit starker Höhenangst finden es aber sicherlich nicht ganz so lustig). Die alten Römer hatten Wasser von den angrenzenden Bergen über Kanäle in diese Zisterne geleitet.
Das Essen in der Taverne, in der man unter dichten Maulbeerbäumen einen tollen Blick bis zum Meer hatte, war wirklich das Beste der ganzen Woche. Kid Margarites oder so ähnlich hieß es. Oft schaffen es die Kreter tatsächlich, den penetranten Lammgeschmack etwas zu mildern beim Kochen. Der Kellner/Besitzer (?) wirkte allerdings ein bisschen deplatziert. auf den ersten Blick war er ein Klischee-Engländer. Wo er wirklich herkommt, weiß ich nicht.

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