Politik

Wahlen 2011: Heute in BW und RP

Heute also nicht vergessen Wählen zu gehen - und nicht zu spät, Zeitumstellung!
Bitte auch die landespolitisch sehr wichtigen Themen Bildung und Forschung beim Ankreuzen bedenken und sich nicht nur von S21 und Kernenergie leiten lassen.
Also, los geht's!

Wahlen 2011: Stimmungsbilder

Aktuelle politische Stimmungsbilder der Bevölkerung in Baden-Württemberg gibt es z.B. bei bei-der-wahl-am.de oder wahlrecht.de. Vergleichen kann man diese Zahlen zum Beispiel mit denen aus Gesamtdeutschland (wahlrecht.de oder infratest-dimap.de).
Weitere interessante Informationen gibt es auch beim infratest-dimap TREND (Februar 2011): Stuttgart21 ist danach eindeutig unwichtiger als z.B. Bildungspoliktik. Na wenigstens! Kurz vor Weihnachten des letzten Jahres konnte man leicht ein anderes Bild bekommen, wenn man die Lokalpresse verfolgte...

Wahlen 2011 *Update*

Am 27. März ist es also in Baden-Württemberg wieder soweit: Landtagswahlen. Wer noch keinen Schimmer hat, wem er wohl seine Stimme geben könnte oder wer meint S21 sei das einzige Thema, bei dem die Parteien unterschiedlicher Ansicht sind, oder wer seine politische Haltung einfach bestätigt (oder etwa widerlegt?) sehen will, dem empfehle ich - wie immer - den wahl-o-mat.

*Update*
Da keine Partei sondern ein konkreter Kandidat mit der Stimme gewählt wird, möchte ich noch auf folgendes hinweisen: auf abgeordnetenwatch.de gibt es einen Kandidatencheck. Hier werden ähnliche Fragen wie beim wahl-o-mat gestellt und die Antworten denen der einzelnen Kandidaten verglichen. Allerdings haben nicht Alle ihre Antworten eingestellt, sodass hieraus nur bedingt Schlüsse gezogen werden können.

Sonstige

Die so genannten Sonstigen oder Anderen (Parteien). Dabei handelt es sich um eher kleinere oder neuere Parteien, die die 5%-Hürde zum Einzug in den Bundestag nicht überschritten haben. Da gibt es zum Beispiel "patriotische" wie DVU, NPD und REP oder Familienparteien oder Rentnerparteien. Oder die grüneren Grünen der ödp.
Eine Partei sticht jedoch deutlich "heraus" und auf diese möchte ich an dieser Stelle näher eingehen: die Piratenpartei. Sie ist noch eine junge Partei, gehört aber mit mehr als 8000 Mitgliedern bereits zu den größten der kleinen. Sie setzt sich insbesondere für Menschen- und Bürgerrechte sowie Privatsphäre und Datenschutz ein. Darüber hinaus wird für eine transparentere und direktere Demokratie geworben. Juristisch interessant wird es auch bei vielen Vorschlägen zum Urheber- und Patentrecht. Ebenfalls zwei (von 26) Seiten lang sind die Vorschläge zum Thema Bildung im Wahlprogramm der Piraten.

Wen wählen?

Wie mir heute zugetragen wurde, gibt es neben dem Wahl-o-Mat eine weitere Entscheidungshilfe: wen-waehlen.de.
Im Gegensatz zum Wahl-o-Mat funktioniert der wen-waehlen-Automat auch auf lokaler Ebene, also mit direktem Bezug zur Erststimme. Die Direktkandidaten der Wahlkreise können die Fragen ebenfalls beantworten und der Nutzer kann seine Antworten mit denen der Kandidaten vergleichen.
Außerdem werden neben den 56 Sachfragen auch Gewichtungen bestimmter Werte und Prinzipien (etwa Bildung, Bürgerrechte, Umweltschutz) abgefragt.
Die Ergebnisse beider Teilgebiete werden mit den Gesamtparteilichen Antworten und, wie bereits angesprochen, mit denen der Direktkandidaten des heimischen Wahlkreises verglichen. Die Gewichtungen und Antworten der Direktkandidaten können sogar im Detail (mit optionaler Begründung) angesehen werden.

DIE LINKE

Ich als Mittzwanziger bin wahrscheinlich zu Jung um die Aufregung um die Vergangenheit der Linken vollständig nachvollziehen zu können. Mich interessiert aber bei der Bundestagswahl auch nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft. Und für diese ist ausschließlich die Ideologie bzw. das Wahlprogramm der Partei relevant. Die Linken treten für eine sehr soziale Demokratie und Marktwirtschaft ein. Mindestlohn und Vermögenssteuer. Damit wirbt die Partei insbesondere bei der finanziell schlechter gestellten Schicht und steht damit im völligen Gegensatz zur FDP und der freien Marktwirtschaft.

Grün

Eigentlich sollte man erwarten, dass alle Parteien ökologisch sinnvolle Politik betreiben. Dies muss Ziel aller Menschen sein. Selbst oder gerade Profitgier darf uns nicht ohne ganzheitliche Betrachtung der Sache, d.h. auch unter weltverträglichen Gesichtspunkten, übermannen.

Das Steuersystem

Als ich gestern von Herrn Niebel (FDP) im ZDF-Wahlforum gehört habe, dass man die Kinderfreibeträge erhöhen will, ist mir fast der Kragen geplatzt. Warum wollen alle (?) Politiker an diesem antiquierten Einkommensteuererklärungsmist festhalten? Dies bevorteilt eindeutig die besser gebildeten und damit in der Regel besser verdienenden. Wer kann schon sagen, ohne Hilfe des Steuerberaters, eine Einkommensteuererklärung ohne Probleme in aller Vollständigkeit ausfüllen zu können? Ich kenne keinen! Darüber hinaus frage ich mich, ob es überhaupt Sinn macht, dass man am Ende des Jahres wieder Geld heraus bekommt. Es wäre doch grob fahrlässig sein Leben so zu planen, dass es nur mit der Steuerrückzahlung finanzierbar ist. Falls es doch einen guten Grund gibt, so müsste das Finanzamt automatisch die entsprechende Summe rücküberweisen. Außerdem: wer wenig steuern zahlt, kann auch fast nichts zurück bekommen. D.h. es werden auch wieder nur die besser verdienenden bevorzugt.

FDP

So langsam hat sich mein Bild von der FDP gefestigt. Sie will liberal sein und für den Mittelstand eintreten. Familien entlasten durch Steuersenkungen und Grundeinkommen. Gleichzeitig soll der Staat nur so wenig wie nötig in die Wirtschaft eingreifen. Denn: staatlich geführte Unternehmen arbeiten unwirtschaftlicher als privat geführte und der Markt regelt sich sowieso von selbst. Spätestens beim Wort regelt horcht ein Kybernetiker auf. Von selbst regeln? Das heißt, dass System ist stabil? Gibt es dafür einen Beweis? Nein!
Prinzipiell stimme ich mit der FDP in sehr vielen Punkten überein. In einer freien/sozialen Marktwirtschaft gehen Unternehmen pleite, weil entweder die Manager gravierende Fehler gemacht haben und/oder weil der Markt übersättigt ist und einfach aussortiert wird. Das deutsche Steuersystem ist ein einziges Chaos und bildet kein ganzheitliches Konzept. Allerdings reichen mir die Ansätze zur Veränderung durch die FDP nicht aus. Doch dazu an andere Stelle mehr.

Nachtrag: Das Duell

Den vielen Medienberichten heute zur Folge scheinen ja einige Menschen das gähnend langweilige so genannte Duell zwischen Angela Merkel (CDU) und Frank-Walter Steinmeier (SPD) am gestrigen Abend bis zum Ende ertragen zu haben. Da ich bereits im Vorfeld kein wirkliches Interesse an einem inhaltslosen Blabla hatte, habe ich außer ein paar Fetzen nicht viel angeschaut. Verpasst zu haben, scheine ich jedenfalls nichts.
Was ich mich aber frage: warum bekommen zwei Parteien derart viel Sendezeit? Nur weil man es in den USA auch so macht? Dass es in Deutschland noch mehr Parteien gibt, will man bei den Sendeanstalten wohl nicht wahrhaben. Damit es endlich zu einem nötigen Umdenken kommt, dürfen derart in der Vergangenheit stehen gebliebenen Parteien nicht auch noch bevorzugt werden! Insbesondere von den öffentlich-rechtlichen Sendern, die regelmäßig eine Rechnung in meinen Briefkasten werfen, habe ich mehr erwartet. Sie scheinen hiermit ihre Daseinsberechtigung verloren zu haben.

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