HUUHuhuu! Begleitet von diesem etwas eigenartig anmutenden Narrenruf konnte ich dieses Jahr bei der Rottweiler Fasnet viele interessante Eindrücke dieses Spektakels gewinnen.
Dadurch, dass ich mich beim Singen von Narro, kugelrund, d' Stadtleut' sind wieder älle g'sund oder Narro, siebe Sih, siebe Sih sind Narro gsi zurück gehalten habe, konnte ich mich mehr auf das Fotografieren konzentrieren und so sind mir die folgenden Aufnahmen der Narrenkleider während des traditionellen Narrensprungs am Montag gelungen. Die Kleider werden im Übrigen streng von der Narrenzunft reglementiert und kontrolliert.
Da aktuell mal wieder eine sportliche Großveranstaltung im Fernsehen übertragen wird, habe ich mir erneut die Frage gestellt, warum eigentlich immer zwei Sender der öffentlichen die Übertragung abwechselnd vornehmen. Prinzipiell spricht natürlich nichts dagegen, dass es abwechselnd auf mehreren Sendern übertragen wird, damit es nicht (zu sehr) mit anderen Sendungsplätzen kollidiert. Doch warum müssen zwei Reporterteams mit Anhang von ARD und ZDF Vorort sein und abwechselnd unterschiedlich von der Leichtathletik WM in Berlin berichten? Ist das nicht eine völlige Verschwendung der Gebühren?
Aber immerhin: Leichtathletik wird überhaupt übertragen! Aus dem Stuttgarter Stadion zum Beispiel ist die Sportart ja leider seit diesem Jahr vertrieben worden.
Gestern Abend durfte ich einem für Deutschland eher ungewöhnlichen Spektakel beiwohnen: einer Kung Fu Show der Shaolin Mönche. Die Vorstellung fand im Hegel-Saal der Stuttgarter Liederhalle statt und dauerte mitsamt Pause gute zwei Stunden.
In dieser Zeit wurden spektakulär die verschiedenen Aspekte des Lebens der Mönche aus dem Tempel in den Wäldern ("Lin") des Berges Shao vorgestellt. Natürlich durften zahlreiche Kampfeinlagen mit und ohne Waffen nicht fehlen. Aber auch Kraft- und Beweglichkeitsdemonstrationen gehörten zum Programm und waren nicht weniger faszinierend.
Der Kongress ist in den letzten Jahren in fast jeder Hinsicht gewachsen. Dieses Jahr gab es einen neuen Besucherrekord von 4250 Personen, mehr durften nicht in das Gebäude eingelassen werden. Auch das Organisatoren-Team ist an seinen Aufgaben gewachsen: das WLAN war stabil und nutzbar (sogar 802.11n wurde angeboten!), der Zeitplan wurde (fast immer) strikt eingehalten und es gab somit keine Verzögerungen oder Kürzungen und am ersten Tag war die Kassenschlange bereits vor 13 Uhr aufgelöst.
Durch den großen Besucherandrang, gab es jedoch regelmäßig zu wenig Plätze in den drei Vortragssälen, dem Hackcenter und auch den sonstigen Tisch- und LAN-Plätzen. Dies führte leider zu einer, bereits in einem früheren Beitrag erwähnten, "du darfst nicht mehr aufs Klo gehen oder dein Platz ist weg"-Situation.
Für mich ein eher ruhiger Vortragstag:
Kurz lauschte ich der Vorstellung des neuen elektronischen Ausweises, der 2010 in Deutschland eingeführt werden soll. Wie nicht anders zu erwarten, ist dieser mal wieder ein völlig unausgereiftes, teilweise unnötiges und eindeutig zu sehr überwachungsstaatförderliches Produkt (digitales Foto und freiwillig Fingerabdrücke...).
FX stellte anschließend ein paar coole Cisco IOS Hacks vor und wie man sie am besten tarnt (die Execution wird über eine ICMP Echo Request gestartet). Das besondere dabei: der Hack ist IOS-unabhängig.
Zwar nicht wirklich ein Vortrag, aber trotzdem unbedingt "erlebenswert" war natürlich wieder das Hacker Jeopardy, bei dem der Vorjahressieger wieder zugeschlagen und eine Eintrittskarte für den HAR-Kongress gewinnen konnte.
Mit etwas Verspätung noch ein paar Kommentare zu einigen der diesjährigen Vorträge.
In Solar-powering your Geek Gear wurden erste Ansätze für das mobile und gleichzeitig umweltschonende Verwenden elektronischer Geräte (Notebooks, Mobiltelefone, Kühlschränke, ...) vorgestellt. Es ist jedoch immer noch viel Eigenbau und leider auch Geld nötig (~200€ für 40W).
Anne Roth berichtete über Terrorist All-Stars, erschreckende Fälle aus aller Welt, bei denen im weitesten Sinne Hacker (zu unrecht) auf kuriose Weise festgenommen und/oder überwacht wurden.
Wie man Chips reverse engineered wurde von Karsten Nohl und starbug präsentiert. Sie zeigten, wie jeder auch feinste Strukturen einfach und schnell "entschlüsseln" kann und somit Sicherheit durch Geheimhaltung der Chip-Architekturen hinfällig wird.
Liebe 25C3-Organisatoren,
vielleicht hättet ihr euch früher überlegen sollen, wie viele Leute ihr in das Gebäude lasst und wie diese auf die Säle verteilt werden können. Es ist jedenfall keine Lösung Leute, die für ihren Eintritt bezahlt haben, daran zu hindern auf die Toilette zu gehen. Dass niemand auf den Fluchtwegen sitzen oder dort seine Taschen abladen kann ist, logisch und nachvollziehbar. Aber Leute zu zwingen nicht mehr kurzzeitig den Saal zu verlassen, ist keine Lösung.
Allgemein waren leider fast zu allen Zeiten deutlich zu viele Personen in den Sälen (=> extrem ungemütlich) und eine deartig unlogische Policy einzuführen macht dies auf keinen Fall besser, sodass ihr für dieses Jahr leider einen ganz dicken Minuspunkt von mir bekommt. Sorry!
Da sich die Situation um Vorratsdatenspeicherung und sonstigen hirnlosen Ideen unserer aktuellen Regierung im Bereich der "modernen Technik" nicht verändert hat, wurde dieses Jahr wieder unter dem Motto "Freiheit statt Angst" gegen den Überwachungswahn unseres Staates demonstriert.
In Anbetracht der extremen Kälte gab es nur eine kurze Rede von Mitgliedern des AK Vorratsdatenspeicherung, in der noch einmal aktuelle Missstände aufgezeigt und zukünftige angeprangert wurden. Mit Parolen wie "Freiheit statt Angst, stoppt den Überwachungswahn", "Für die Freiheit, für das Leben, den Schäuble aus dem Amt entheben" und "Hallo Statt, ich bleib privat" machten sich dann die etwa 2000 Menschen (eine grobe Schätzung von mir!) auf den Weg.
Passend zum Motto des Kongresses habe ich mich am Alexanderplatz auf die Suche gemacht, ob Berlin etwas zu verstecken hat.
Besonders auffällig, also gar nicht versteckt, ist der Teil des Weihnachtsmarkt "hinter" dem Alexa. Dieser hat eigentlich nichts mit den mehr oder weniger gemütlichen Weihnachtsmärkten mit lokalen Handwerkstraditionen und reichlich Glühwein und Kinderpunsch im Süden Deutschlands zu tun, sondern gleicht eher einem Wasen 2.0 (oder 0.1a?).
Da auch ich nichts zu verbergen habe, bin ich auch dieses Jahr wieder auf dem Chaos Communication Congress (CCC) im Berliner Congress Center (bcc). Unter dem Motto "Nothing to hide" treffen sich erneut Hacker aus aller Welt um zu Lauschen, zu Lernen, zu Diskutieren und natürlich um zu Hacken - und das im ganz positiven Sinne - auf dem 25C3.
Neben den "offiziellen" Live-Streams und zahllosen third-party Blogs, können auch auf dieser/meiner Seite sowie auf der Seite meines Kollegen Jan weitere Beiträge rund um den Kongress kritisch beäugt werden. So: Stay tuned!
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